Abwasser in den VAE

Für die Entsorgung des Abwassers sind die Emirate Abu Dhabi, Ajman, Dubai, Fujairah, Ras Al Khaimah, Sharjah und Umn Al Quwain selbst verantwortlich.

In  Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, und in einigen anderen Emiraten finden sich bereits gut ausgebaute Abwassersysteme. Andere Emirate, z.B. Umn Al Quwain, sind jedoch auf die Unterstützung der föderalen Behörde für Wasser und Elektrizität (Federal Agency of Water and Electricity) angewiesen.

Diese Behörde ist nicht nur für fdie Abwasserentsorgung, sondern auch für die Trinkwasser- und Stromversorgung zuständig.

 

 

Abwasser in Abu Dhabi

Die Abwasserproduktion in Abu Dhabi beträgt ca. 1,32 Millionen m³ pro Tag.

Annähernd das gesamte Abwasser in Abu Dhabi wird in insgesamt 18 Abwasserbehandlungsanlagen aufbereitet und wiederverwertet.

Die bedeutendsten Anlagen sind die städtische Al Mafraq Anlage und die Zakher-Anlage nahe Al Aain.

Um die Belastung der bestehenden Anlagen zu verringern und mit der steigenden Menge des Abwassers umgehen zu können, sind vier weitere Abwasserbehandlungsanlagen in Planung: Al Saad, New Zakher, Al Wathba 2 und Allahamah.

Al Wathba 2 und Allahamah sind seit 2009 in Bau und sollen nach ihrer Fertigstellung 2011 Teile des Abwassers von Abu Dhabi und Al Ain behandeln [Halcrow 2010].

Im Jahr 2008 wurde von der Abu Dhabi Sewerage Service Company (ADSSC) ein Abwasserkanal mit einer Gesamtlänge von 45 km in Auftrag gegeben, der nach einer Bauzeit von ca. 6 Jahren das Abwasser der Insel Abu Dhabis zum Festland transportieren soll.

Dieses sogenannte Strategic Tunnel Enhancement Programme beinhaltet zusätzlich den Bau von neuen Verbindungsstellen mit einem Durchmesser von 3 m und zwei neuen Pumpstationen, die jeweils eine Kapazität von 30 m³/s besitzen sollen.

Eine Abwassergebühr ist geplant und soll in Kürze eingeführt werden [Globaltrade 2009].

 

Für Abwasser verantwortliche lokale Behörden:

  • Stadtverwaltung Abu Dhabi / Komitee für Abwasserprojekte

(Abu Dhabi Municipality / Sewerage Projects Committee)

  • Stadtverwaltung Al Ain / Komitee für Abwasserprojekte

(Al Ain Municipality / Sewerage Projects Committee)

  • Aufsichts- und Regulationsbehörde

(Regulation and Supervision Bureau)

  • Abu Dhabi Abwasser Dienstleistungsgesellschaft

(Abu Dhabi Sewerage Service Company)

 

Abwasser in Dubai

Etwa 1,7 Millionen Menschen leben zur Zeit in Dubai. Jede Person produziert durchschnittlich 320 – 455 Liter Abwasser pro Tag.

Die Bewohner Dubais zahlen bereits Abwassergebühren. Diese betrugen 2009 0,03 Dirham pro Einheit (Gallone) Wasser und 0,005 Dirham pro Einheit Abwasser [Hilotin 2010].

Der erhebliche Wasserverbrauch geht auf den hohen Wasserbedarf in der Landwirtschaft zurück. Allerdings trägt die wachsende Hotelindustrie mit zugehörigen Gartenanlagen, Pools und künstlich angelegten Wasserläufen ebenfalls zur stetigen Steigerung des Wasserverbrauches bei.

Etwa ein Viertel des Wassers wird in Privathaushalten verbraucht.

2009 betrug die Trinkwasserproduktion ca. 1,2 Mio. m³ Wasser/ Tag, wovon etwa 95% in Entsalzungsanlagen produziert wurde [DEWA 2009, 1]. Die Nachteile der Entsalzungsanlagen sind allerdings jetzt schon spürbar: so treten Korallen- und Fischsterben durch veränderte Temperaturen und Salzgehalte auf.

Die einzige bisher bestehende Kläranlage ist die Al Aweer Anlage, deren Kapazität aufgrund steigender Abwassermengen bereits überschritten ist. Aus diesem Grunde soll sie durch eine neue Kläranlage in Jebel Ali ersetzt werden, die seit 2007 im Bau ist und 2010 fertig gestellt werden sollte.

Die neue Kläranlage wurde in Kooperation mit den Privatunternehmen Al Ahmadiah Aktor LLC und Greek Contractor Aktor SA gebaut. Sie besitzt eine Kapazität von 300.000 m³ pro Tag. Im Endausbau sind 1,1 Millionen m³ pro Tag geplant. Die Baukosten belaufen sich auf rund 1,5 Milliarden Dirham (etwa 300 Millionen Euro). Insgesamt nimmt die neue Anlage eine Fläche von 675 ha ein [UAE Interact 2007 bzw. 2008].

 

Für Abwasser verantwortliche lokale Behörden:

  • Stadtverwaltung Dubai  (Dubai Municipality)

--> Abteilung für Ent- und Bewässerung (Department of Drainage and Irrigation)

--> Abteilung der Kläranlage (Sewage Treatment Plant Section)

 

Abwasser in Sharjah

Wie in Dubai werden im Emirat Sharjah Abwassergebühren erhoben.

Sharjahs erster größerer Drainagevertrag wurde im Jahr 1974 unterzeichnet. Dieser Vertrag beinhaltete die erste Bauphase einer Abwasserbehandlungsanlage, die 1978 in Auftrag gegeben wurde [Water and Wastewater 2007].

Durch das kontinuierliche Wachstum der Bevölkerung war es nötig, die Kapazität der Anlage nachträglich zu erweitern. Die bereits existierende Anlage wurde um die Bauphase 2-6 erweitert und befindet sich nun in Bauphase 7. Diese Bauphase 7 beinhaltet eine zusätzliche Erweiterung um etwa  75.000 m³/d zu der bereits existierenden Leistung von 156.000 m³/d.

Im Jahr 2012 soll eine weitere Kläranlage im Al Saja´a Industriegebiet eröffnet werden. Es ist geplant, die Stadt in zwei Zonen zu untergliedern. Die alte Kläranlage arbeitet weiterhin und soll allerdings nur noch von LKWs angefahren werden, die sich in der Stadt befinden, während die neue Anlage für die Zone außerhalb des Stadtkernes zuständig sein wird.

Für Abwasser verantwortliche lokale Behörden:

  • Stadtverwaltung Sharjah  (Sharjah Municipality)

--> Entwässerungsabteilung (Drainage Department)

 

Abwasser in Fujairah

2007 beauftragte das Emirat Fujairah die örtliche Baugesellschaft Tanqia mit dem Bau und dem Betrieb einer Abwasserbehandlungsanlage sowie einem zugehörigen Kanalsystem. Tanqia wurde für 33 Jahre unter Vertrag genommen. Die Kosten des Projektes belaufen sich auf 150 Millionen Dollar. Die Regierung, die die Kosten übernimmt, die durch Sammlung und Behandlung des Abwassers entstehen, wird ebenfalls eine Abwassergebühr erheben, die von der Bevölkerung gezahlt werden muss [Globaltrade 2009].

Die anfängliche Kapazität der Anlage lag bei 16.000 m³ pro Tag und verteilte sich auf zwei Module.  Aufgrund des Bevölkerungswachstums soll die Kapazität nun auf 32.000 m³ verdoppelt werden. Die Anlage ist so konstruiert, dass bei steigendem Abwasseraufkommen weitere Module angebaut werden können [Tanqia 2008]. Ein Ausbau des Netzwerkes ist zur Zeit ebenfalls in Arbeit.

Für Abwasser verantwortliche lokale Behörden:

  • Stadtverwaltung Fujairah, Abteilung für öffentliche Gesundheit und Umwelt

(Fujairah Municipality, Public Health and Environment Department)

 

Abwasser in Ras Al Khaimah

Die Stadt Ras Al Khaimah hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum erfahren. Allerdings gibt es kein Abwassersystem für die städtischen Wohngebiete.

Das Abwasser wird in der Regel in schlecht erhaltene Kanalsysteme geleitet, durch die jeden Tag etwa 24.800 m3 Abwasser im Boden versickern. Dies führt zu einer Verunreinigung des Grundwassers und gefährdet die Umwelt.

In den am dichtesten besiedelten Gebieten verschlechtert sich der Zustand der Umwelt insbesondere während der Regenperioden stark. Durch die Regenfälle gelangen die Verunreinigungen an die Oberfläche, was u.a. ernst zu nehmende gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann.

Das "Public Works and Service Department" (PWSD) befürwortet die Entwicklung eines von Grund auf neuen Abwassersystems in Ras Al Khaimah. Der im Jahr 2000 erschienene Masterplan beinhaltete die Erfassung, den Transport und die Behandlung der Abwässer der gesamten Bevölkerung Ras Al Khaimas. Der Plan soll sowohl die Lösung für kurzfristige Umweltprobleme darstellen, als auch langfristig gesehen zur Entwicklung des Emirates beitragen. Mit diesen Vorstellungen beauftragte PWSD die Amerikanische Gesellschaft Iramconsult, Washington DC, im Juli 2001, die Detailplanung des integrierten Abwassersystems sowie der Kläranlage zu erstellen. Geplant ist, das Kanalsystem und die Kläranlage, die das Abwasser der Stadt erfassen sollen, in einem Zeitraum von 4 bis 6 Jahren zu bauen.

Der Auftrag für die erste Phase des zentralen Abwassersystemprojektes über 300 Millionen Dirham (ca. 60.000 Euro) wurde Jog Union Engineering LLC erteilt, mit Übertragung auf die 2. und 3. Bauphase.

Die erste Phase wird den Bau einer 450 km langen Abwasserrohrleitung beinhalten, an die alle privaten und kommerziellen Grundstücke in Al Nakheel und der Stadt von Ras Al Khaimah angeschlossen werden sollen. Aus dieser Initiative heraus wird die Kapazität der Kläranlage Ras Al Khaimahs von 20 Millionen l/Tag auf 60 Millionen l/Tag aufgestockt. Dies ist die maximale Abwassermenge, die das Emirat bis 2030 voraussichtlich produzieren wird.

Das neue zentrale Abwassersystem wird durch einen Bankkredit der Commercial International Bank finanziert. Quellen des Emirati Gerichtshofs besagen, dass die Einheimischen ein Viertel der Kosten ihres Wasserkonsums als Abwassergebühr bezahlen. Diese Gebühr wird automatisch jeden Monat mit der Wasser-und Stromrechnung erhoben. Wenn die 450 km lange Abwasserrohrleitung fertig gestellt ist, müssen die Haus- und Unternehmenseigentümer Anschlussgebühren bezahlen, die später von der Sewage Authority festgelegt werden [UAE Interact 2004].

 

Abwasser in Ajman

Von der Ajman Sewerage Company werden zurzeit die Abwässer von etwa 240.000 Menschen geklärt. Im Jahr 1992 lebten hier erst ca. 80.000 Einwohner. Das Unternehmen erwartet ein Wachstum in seinem Zuständigkeitsgebiet auf 390.000 Menschen im Jahr 2033 und für die Gesamtbevölkerung einen Wachstum auf 640.000 in diesem Jahr. [Ameinfo 2007]

Die Ajman Sewerage (Private) Company Limited wurde gemäß dem Abwassergesetz vom 1. Mai 2002 von Scheich Humaid Bin Rashid Al Nuaimi, Herrscher von Ajman, gegründet. Diese Partnerschaft zwischen der Regierung und bekannten internationalen Experten aus dem Privatsektor konnte zu der Errichtung der ersten Anlage dieser Art und Größe in der Region beitragen. Ajman Sewerage (Private) Company Limited wird auch das Kanalsystem für eine Periode von 27,5 Jahren aufbauen, betreiben und Instand halten. Das Unternehmen ist derzeit dabei, letzte Hand an einen Strategieplan anzulegen, um die Anforderungen an den Abwasserservice und das Netzwerk in anderen Gebieten der Emirate, die bis jetzt noch nicht an das Abwasserentsorgungsnetzwerk angeschlossen sind, herauszuarbeiten. Das Unternehmen versichert, dass seine Planung in den Rahmen der strukturellen Planung der Stadtverwaltung Ajman und des Planungsbüros (Ajman Municipality/ Planning Department) 2030 aufgenommen wird [Ameinfo 2009].

Existierende Kläranlagen:

Mit den Bauarbeiten der größten Kläranlage Ajmans wurde der Grundstein für ein 515 Millionen Dirham (ca. 103 Millionen Euro) teures Projekt gelegt. Die Anlage ist für eine Kapazität von 49.000 m3 Abwasser pro Tag ausgelegt und wird in der Anfangsphase das Abwasser von ca. 245.000 Einwohnern klären. Die Anlage ist so konstruiert, dass die Kapazität ausgebaut werden kann und sie mit wachsender Bevölkerungszahl in Ajman in Zukunft für 380.000 Einwohner ausreichen wird. In Ajman werden Anschlussgebühren an das System sowie monatliche Gebühren erhoben [Globaltrade 2009].

 

Für Abwasser verantwortliche lokale Behörden:

 

Abwasser in Umn Al Quwain

In Umn Al Quwain steht die Abwasserentsorgung noch in ihren Anfängen. Finanziell konnte sich das Emirat bislang kein Abwasserentsorgungssystem leisten. Nun erhält es Unterstützung von der Hauptstadt Abu Dhabi und wird in nächster Zeit beginnen, Abwasser zu behandeln und wiederzuverwenden.