Feststellung des Trainings- oder Beratungsbedarfs seitens des KMU

 

Ziele und Anforderungen des Unternehmens

Bei der Suche und Auswahl eines geeigneten interkulturellen Kompetenztrainings für KMU- Angehörige sollten zunächst unternehmensinterne Ziele und Voraussetzungen als Anforderungen an ein Training geklärt werden:

(1)   Auf welche Zielländer, Tätigkeitsfelder und Aufgabenbereiche soll das Training vorwiegend zugeschnitten werden? Dabei sind unterschiedliche Anforderungen des Auslandseinsatzes zu berücksichtigen, beispielsweise für

  • kurzzeitig ausreisende Geschäftsreisende, mit unterschiedlichen Vorer-fahrungen in der Region,
  • langfristig zu entsendende Mitarbeiter (und ihre Familienangehörigen) zur Geschäftsführung des Auslandsbüros oder zur Führung von Mitarbeitern auf der Baustelle,
  • Auslandskoordinatoren, die teils in Deutschland oder dem Zielland tätig sind und dabei für die Kommunikation mit Geschäftspartnern des Ziellandes, den Auslandsniederlassungen und für die Betreuung von Besuchergruppen aus dem Zielland verantwortlich sind,
  • Mitarbeiter, die in Deutschland mit telefonischer und schriftlicher Geschäfts-kommunikation befasst sind.

(2)   Auf die Begegnung mit welchen Zielgruppen sollen die Trainingsteilnehmer vorbereitet werden (z.B. Politiker, Behördenmitarbeiter, Handwerker, Bauarbeiter)? 

(3)   Inwieweit können betriebsintern vorhandene länderspezifische Erfahrungen sowie Angehörige der Zielländer in ein Training eingebunden werden? 

(4)   Wie viele Unternehmensangehörige sollen trainiert werden und wie viel Zeit und finanzielle Mittel kann das Unternehmen dafür zur Verfügung stellen?

 

Individueller Bedarf der KMU-Angehörigen

Eine KMU-interne Ermittlung des individuellen Trainingsbedarfs hilft dabei, sich ein Trainingsangebot möglichst passgenau zuschneiden zu lassen. Ein guter Trainingsanbieter kann diese vorbereitende Tätigkeit in enger Kooperation mit den jeweiligen KMU-Angehörigen übernehmen. Dabei spielen individuelle Voraussetzungen, wie Erfahrungen oder Kenntnisse der potenziellen Trainingsteilnehmer eine Rolle und nicht zuletzt auch die persönliche Motivation hinsichtlich des Erwerbs von Kommunikations- und Verhaltenskompetenzen.

Entsprechend sollten die KMU bei der Auswahl eines Trainingsangebots darauf achten, dass ein Trainingsprogramm die persönlichen Voraussetzungen der Trainingsteilnehmer berücksichtigt, z.B.

  • Erfahrungen aus vorangegangenen Auslandsaufenthalten,
  • die persönliche Wertschätzung interkultureller Kompetenzen und die individuelle Wahrnehmung interkultureller Herausforderungen, Hindernisse oder Krisensituationen,
  • Arbeitserfahrungen mit Personen aus verschiedenen sozialen Gruppen im Ausland,
  • Fremdheitsgefühle gegenüber dem Zielland,
  • Erfahrungen mit vorangegangenen interkulturellen Trainings,
  • zeitliche und finanzielle Rahmenbedingungen, die für das Training zur Verfügung stehen.

 

Folglich können über die Feststellung des individuellen Trainingsbedarfs bestimmte Bedarfstypen unter den Mitarbeitern identifiziert werden, z.B.

 

Bedarfstyp 1:

  • Mitarbeiter, die entweder über wenig Auslandserfahrungen verfügen oder die Fremdheits- oder Unsicherheitsgefühle gegenüber der Zielkultur spüren, und sich ein interkulturelles Vorbereitungstraining wünschen, welches die eigene kulturelle Prägung hinterfragen will und auf eine Vergrößerung der Verhaltenskompetenzen abzielt.
  • Mitarbeiter, die über viel Auslandserfahrungen verfügen und erlebt haben, wie relevant interkulturelle Kompetenzen sein können, oder die bereits gute Erfahrungen mit interkulturellen Kompetenztrainings sammeln konnten und motiviert sind, sich intensiver auf das neue Zielland vorzubereiten, auch weil sie sich häufiger oder länger im Zielland aufhalten werden.

 

Bedarfstyp 2:

Mitarbeiter, die über einen mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz mit Tätigkeiten im Ausland verfügen und kurze, prägnante und erkenntnisorientierte Informationen zur Kulturerfassung des Ziellandes als ausreichend erachten.

 

Bedarfstyp 3:

Mitarbeiter, die sich wenig für interkulturelle Kompetenztrainings interessieren, sei es, weil sie über genügende Vorerfahrungen verfügen oder sich von einem solchen Training keine Erkenntnisgewinne oder Verhaltensänderungen erwarten.

 

 

zurück__________________________________________________weiter