Respekt vor dem Islam

Kairaouine-Moschee in Fès (M. Schnepf-Orth)

 

Man trifft zwar wahrscheinlich auf gesellschaftliche Gruppen, die die Rolle des Islam unterschiedlich bewerten, jedoch stößt eine Ignoranz oder Geringschätzung der über Jahrhunderte in Marokko unter islamischem Vorzeichen erreichten Entwicklung im Allgemeinen auf Unverständnis.

“Moroccans are critical of anyone who seems discerning and do not appreciate foreigners who appear to judge their culture.”[1]

In Marokko wird der Islam in besonderer Weise mit Kollektividentität, gemeinschaftlichem Zusammenhalt und mit historischer Zivilisationsentwicklung verbunden.[2]

In diesem Kontext sollte man besser darauf verzichten, die eigene Gesellschaftsentwicklung und das damit einhergehende westliche Modernitätsverständnis auf die marokkanische Kultur zu übertragen. Kritische Bewertungen des Islam können schnell als islamfeindlicher europäischer Kulturchauvinismus aufgefasst werden oder treffen womöglich auf eine Empfindlichkeit gegenüber der Fortsetzung kultureller und ökonomischer Vorherrschaft über das politisch souveräne Marokko.

Während des Fastenmonats Ramadan sind die Büros in der Regel nur bis vierzehn Uhr geöffnet, das Arbeitstempo wird gedrosselt, und wichtige Entscheidungen werden auf die Zeit nach dem Ramadan vertagt. In dieser Zeit sollte damit gerechnet werden, dass Termine kurzfristig verschoben oder nicht eingehalten werden.

Die Mahlzeiten des typischen abendlichen Fastenbrechens im Fastenmonat können bis spät in die Nacht dauern. Aufgrund der nächtlichen Tischgemeinschaften wird der Umgang der Muslime untereinander intensiviert. Regeln, die die Nahrung betreffen, werden allerdings strikter eingehalten.

Die Marokkaner haben Verständnis dafür, dass sich die Ausländer nicht am Fasten des Ramadan beteiligen. In dieser Zeit sollten Ausländer jedoch in der Öffentlichkeit  nicht Essen oder Rauchen. Von Touristenzentren und den großen Geschäftshotels abgesehen haben Restaurants und Cafés im Ramadan während des Tages geschlossen.

 

[1] Communicaid (2008): Doing Business in Morocco. Moroccan Social and Business Culture. http://www.communicaid.com/access/pdf/library/culture/doing-business-in/Doing%20Business%20in%20Morocco.pdf.

[2] Khallouk, M. (2008): Islamischer Fundamentalismus vor den Toren Europas. Marokko zwischen Rückfall ins Mittelalter und westlicher Modernität. Wiesbaden: 321.

 

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