„Geduld ist schön“ – Vorlauf- und Wartezeiten überbrücken

Wegweiser zum Sitz der Regionalregierung in Rabat
(Foto: M. Schnepf-Orth)

 

Unterschiedliche Befragte geben an, dass in Marokko manche Abläufe etwas länger dauern können. Sofern eine Projektidee vor Ort neu ist oder kein nationales Interesse weckt, kann es sich unter Umständen hinziehen, das Vorhaben zu entwickeln und in Gesprächen die gegebenenfalls wechselnden Beteiligten zu überzeugen. Dazu benötigen KMU ein finanzielles Polster oder andere Projekte, um die Vorlauf- und Wartezeiten überbrücken zu können.

Ist jedoch eine Projektidee bereits angedacht oder wird sie politisch favorisiert, kann es auch sehr schnell gehen.

 Im Umgang mit Behörden müssen auch zeitliche Verzögerungen verkraftet werden, etwa bis sich bestimmte Abläufe und Verfahrensweisen eingespielt haben (z.B. Rechnungslegung). Wichtig ist zu wissen, dass Beschäftigte im öffentlichen Dienst phasenweise ein höheres Arbeitspensum bewältigen müssen, weil die im Rahmen der von Weltbank/IWF eingeforderten Strukturanpassungsprogramme zu einer Ausdünnung der Personaldecke (Frühpensionierungen) geführt haben. Indessen zeigt der Global Competitiveness Index 2009-2010 für Marokko, dass es im internationalen Vergleich relativ weniger bürokratischer Prozeduren und Zeit bedarf, um ein Geschäft in Marokko zu eröffnen.

Im Umgang mit der Verwaltung ist es wichtig, die richtige Entscheidungsebene innerhalb der jeweiligen Behörde zu identifizieren und anzusprechen. Im Kontext einer hierarchisch angelegten Verwaltungsstruktur werden Mitarbeitern der mittleren Ebene nur wenig Entscheidungskompetenzen eingeräumt, weshalb die hier erteilten Zugeständnisse mitunter nicht letztlich verbindlich sind. Um Zeitverluste einzuschränken bedarf die Bearbeitung von Anliegen durch marokkanische Behörden der regelmäßigen Kontaktpflege, sei es durch persönliche Kommunikation durch deutsche KMU-Angehörige oder ihrer marokkanischen Partner. Es ist wichtig, jemanden vor Ort zu haben, der aktiv den direkten persönlichen Kontakt sucht, „damit das Anliegen nicht in Vergessenheit gerät“. Deutsche Unternehmensangehörige nehmen dabei deutlich wahr, dass die E-mail Kommunikation alleine nicht ausreicht.

 

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