Infokasten 2: Westsahara-Konflikt

Die Politik Marokkos hinsichtlich seiner Ansprüche an dem Gebiet Westsahara sind international umstritten. Den Westsahara-Konflikt mit Marokkanern zu thematisieren kann sich als heikel herausstellen und empfindliche Reaktionen hervorrufen, weil das nationale Selbstverständnis berührt wird.

Zum Hintergrund des Konflikts:

Bevor sich das von Spanien 1975 in die Unabhängigkeit entlassene Gebiet Westsahara als eigener Staat etablieren konnte, ließ Marokkos König Hassan II. mit dem sogenannten „Grünen Marsch“ von etwa 350 000 marokkanischen Zivilisten den nördlichen Teil der Westsahara besetzen, eine Annektierung aufgrund historischer Gebietsansprüche. Die als Befreiungsfront für die Saharavölker aktive Organisation Polisario gründete mit den in algerischen Lagern lebenden Flüchtlingen die Demokratische Arabische Republik Sahara (République Arabe Sahraouie Démocratique, RASD) und beansprucht ein bestimmtes Gebiet mit ungeklärter Bevölkerungszahl. Die Kämpfe zwischen marokkanischen Truppen und Sahrauirebellen dauerten bis 1991, als die Vereinten Nationen einen Waffenstillstand vermittelten. Ein vereinbartes Referendum der Sahrauis über ihre Selbständigkeit oder Zugehörigkeit zu Marokko wurde immer wieder verhindert.

 

Weitere Informationen:

Informationsplattform zum Westsahara-Konflikt der Arbeitsgruppe Friedensforschung an der Uni Kassel: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Westsahara/Welcome.html

 

Quelle:

Chimelli, R. (2007): Marokko. In: Weiss, W.M. (Hg.): Die arabischen Staaten. Geschichte, Politik, Religion, Gesellschaft, Wirtschaft. Heidelberg: 194-207.

 

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