Vorteile interkultureller Trainings zur Vorbereitung auf ein geschäftliches Engagement in den VAE

Emirates Palace Hotel, Abu Dhabi: Ort für Geschäftstreffen (Foto: M. Schnepf-Orth)

Die Notwendigkeit einer zielgerichteten, systematischen Aneignung kulturspezifischer Kenntnisse und interkultureller Kompetenzen für die VAE wird von diversen befragten Akteuren sehr unterschiedlich eingeschätzt. Befragt wurden hierzu deutsche KMU-Angehörige, Mitarbeiter der deutschen Außenwirtschaftsberatung sowie interkulturelle Trainingsanbieter und Unternehmensberater.

 

Die Relevanz interkultureller Personalentwicklung ist u.a. abhängig von der individuellen Lerngeschichte der Befragten, also davon, auf welche Art und Weise die eigenen interkulturellen Fähigkeiten erworben wurden. Landeskundliches Wissen und interkulturelle Kompetenzen für die VAE können demnach, quasi beiläufig, entweder über Arbeitsaufenthalte im Mittleren Osten (als „Vorerfahrungen“) erworben oder auch über mehrere Geschäftsreisen in die VAE angeeignet werden. Doch bewerten Personen, die über interkulturelle Trainingserfahrungen verfügen, diese Trainings rückblickend als sehr nutzbringend.

 

Die Berater der deutschen Außenwirtschaftsförderung messen interkulturellen Trainings für die VAE hingegen keine hohe Bedeutung zu, während interkulturelle Trainer und Unternehmensberater die Vorteile dieser Kompetenztrainings – auch für die VAE - ausdrücklich betonen. Dennoch beschreiben alle befragten Akteure, die in den VAE Geschäfte tätigen oder sich mit dem Leben und Arbeiten in den Emiraten auseinandersetzen, das Phänomen unterschiedlicher Geschäfts- und Verhaltenspraktiken.

 

Dies ist als Indikator zu werten, dass kulturelle Unterschiede bedeutsam sind und deshalb bekannt sein und berücksichtigt werden sollten. Die Kenntnisse darüber werden jedoch in individuell unterschiedlichen Lernprozessen erworben.[1]

 

Viele KMU-Angehörige, die sich auf Geschäftsreisen oder Auslandsaufenthalte vorbereiten, wünschen sich eine Weitergabe von kulturspezifischen Erfahrungen und Informationen innerhalb des eigenen Unternehmens. Jedoch ist der Erfahrungsaustausch von Auslandskenntnissen nicht immer möglich oder noch zu wenig institutionalisiert.

 

Eine mögliche Unternehmensstrategie zur Bewältigung der interkulturellen Kommunikation mit Geschäftspartnern im Zielland besteht in der Beschäftigung von Fachkräften der Zielregion oder Muttersprachlern auch in der deutschen Zentrale.

 

Fazit: Ein ziellandspezifisches interkulturelles Training kann Kenntnisse vermitteln und Lernprozesse beschleunigen, die anderweitig mittels zeit- und kostenaufwendiger learning-by-doing Prozesse oder in anderen ungeplanten Lernvorgängen erworben werden. Angesichts der Internationalität des VAE-Marktes und dessen Wirkungsbereich kann eine zielgerichtete und methodisch geplante Auseinandersetzung mit (inter)kulturellen Themen Vorteile für deutsche Unternehmen schaffen.

 

 

[1] Es wird geschätzt, dass Erwachsene Wissen zu 70 % durch Ausprobieren/on-the-job-training, zu 20 % durch Beziehungen und Feedback und nur zu 10 % durch formale Fortbildung erwerben. Vgl. World Bank (2007): Building Staff Capacity for Development Results: Update on the Staff Knowledge & Learning Program FY07, PC2007-0024, Washington, DC: 19.

 

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