„Nicht zu direkt auf einen Geschäftsabschluss drängen“

Plakat in der Environment Agency Abu Dhabi
(Foto: M. Schnepf-Orth)

In Geschäftsverhandlungen sollte Geduld bewahrt werden. Ein deutscher KMU-Geschäftsführer erläutert dazu, dass man in Verhandlungen Entscheidungen nicht forcieren, sondern die Bereitschaft signalisieren solle, auf die Entscheidung des Geschäftspartners zu warten.

„Entschieden wird, wenn die Zeit reif ist“.

„Geduld zu bewahren, habe ich in Abu Dhabi gelernt.“

Allerdings könne in höflicher Form auf Konsequenzen von Zeitverzögerungen hingewiesen werden.

Auch die Business-Knigge Experten führen Unterschiede im Umgang mit der Zeit an und gehen davon aus, dass sich Verhandlungen mit arabischen Partnern zu einer zeitaufwendigen Angelegenheit entwickeln können, die viel Geduld, Flexibilität und einen langen Atem benötigen. Damit umzugehen erfordere ein längerfristiges Interesse und Engagement (Kratochwil: 12).

Es muss damit gerechnet werden, dass mit Zeit anders umgegangen wird, u.a. weil Menschen und Beziehungen Priorität vor exakt eingehaltenen Terminkalendern eingeräumt wird. Dies kann sich gegebenenfalls in Verspätungen, Unterbrechungen von Geschäftstreffen oder der Annahme von Telefongesprächen während eines Treffens äußern.

„The importance attached to courtesy and hospitality can cause delays that prevent keeping to a strict schedule.” (Parker).

Im Einzelfall entspricht das Zeitmanagement der Geschäftspartner jedoch nicht immer dem beschriebenen Klischee. Zumindest nach der Begegnung mit emiratischen Behördenmitarbeitern kann dies nicht bestätigt werden. Auch die Außenwirtschaftsberater vor Ort betonen, dass sich arabische Geschäftspartner in den VAE den Standards westlichen Managementhandelns angepasst hätten. Auf jeden Fall sollte mit der Möglichkeit gerechnet werden, mehr Zeit aufwenden zu müssen.

 

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