(Foto: L. Nuphaus)

Marokko hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2012 10% des Primärenergieverbrauchs und 20% der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien abzudecken. [MEM 2008, 7] Bis 2020 ist geplant, 42% der nationalen Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zu gewinnen [Martin 2010].

Erneuerbare Energien können dabei auf mehreren Ebenen zur Lösung landesspezifischer Probleme beitragen. Zum einen kann die Abhängigkeit des Landes von Energieimporten gesenkt und auf den steigenden Energieverbrauch reagiert werden. Im Jahr 2008 wurden 98 % des marokkanischen Primärenergiebedarfs aus Importen gedeckt [MVV/Wuppertal-Institut 2010, 3]. Der Primärenergiebedarfs ist von 1999 bis 2007 um 41% angestiegen, der Strombedarf um 70% [MEMEE 2008, 2]. Daneben stellen erneubare Energien eine Möglichkeit dar, eine heimische Industrie aufzubauen, die zur Entwicklung des Landes beitragen kann. Insbesondere Solarenergie eignet sich für den Einsatz in Meerwasserentsalzungsanlagen und kann so einen Beitrag zur Trinkwasserversorgung des Landes leisten.

Durch den Aufbau von Inselsystemen für die Stromversorgungen lassen sich auch netzfern gelegene Regionen mit Strom versorgen. Hierdurch werden in diesen Regionen die Basisdienstleistungen (Gesundheit, Ausbildung, Wasser, etc.) abgesichert. Durch den Einsatz von Solarenergie und Biogas zum Heizen und Kochen kann die Nachfrage nach Brennholz gesenkt werden. Dadurch wird der Druck auf die Ökosysteme vermindert, der Waldwuchs gefördert, der Bodenerosion und Desertifikation vorgebeugt und langfristig die Energieversorgung in den ländlichen Regionen gesichert.

Insgesamt ist Marokko bemüht, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben. Dabei wird die Kooperationsarbeit mit Ländern wie Deutschland einen wichtigen Teil beitragen.

 

Gesetzlicher Rahmen

CDER (Foto: M. Schnepf-Orth)

Der Markt der erneuerbaren Energien in Marokko ist momentan zwar noch relativ begrenzt, wird aber schrittweise geöffnet. Die Nationale Behörde für Elektrizität (ONE), die mit der Herstellung, dem Transport und der Verteilung von elektrischer Energie beauftragt ist, genießt eine quasi Monopolstellung. Geringe staatliche Förderungsmaßnahmen bestehen im Rahmen von Entwicklungsprogrammen der Nationalen Behörde für Elektrizität (ONE) und der Agentur zur Entwicklung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz (ADEREE), vornehmlich im Kontext der ländlichen Elektrifizierung.

Ende 2008 wurden durch eine Novellierung der gesetzlichen Bestimmungen zur Stromerzeugung die Möglichkeiten der Privatwirtschaft, sich an dem Markt zu beteiligen, erweitert. Diese Erweiterung bezieht sich allerdings nur auf die Stromproduktion für den Eigenverbrauch.

Einen erheblichen Fortschritt bringt nunmehr das Gesetz Nr. 13-09 zu erneuerbaren Energien, das im Jahr 2009 verabschiedet wurde. Einerseits werden strengere Anforderungen bei der Errichtung und dem Betrieb von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gestellt (Genehmigungsverfahren, UVP). Andererseits enthält es einen privilegierten Netzzugang für Erneuerbare und öffnet damit teilweise den unabhängigen Stromerzeugern den Markt (Verkauf ihrer Stromproduktion an große Kunden bzw. Kundengruppen, Export).

Das Gesetz Nr. 13-09 zu erneuerbaren Energien sieht selbst keine Fördermaßnahmen vor. Parallel ist aber ein neuer Energiefonds (FTP) errichtet worden, der von internationalen Gebern (vornehmlich der Weltbank) finanziert wird. Der Mittelanteil, der für die erneuerbaren Energien zur Verfügung steht, dürfte gering bleiben.

Für die Realisierung solarthermischer Kraftwerke wurde im November 2009 die Moroccan Solar Energy Agency (MASEN) gegründet.

Seit der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls im Jahr 2002, gelang es dem Land Marokko schnell, einen gut funktionierenden administrativen Rahmen für die Durchführung von CDM-Projekten zu schaffen. Relevante Informationen über Zulassungskriterien und Investitionsklima sind auf die Website der DAN (marokkanische Designed National Authority) zu sehen. Die meisten Informationen sind jedoch überwiegend auf französisch verfügbar.

 

 

Geografische Rahmenbedingungen

Marokko befindet sich in Nordwestafrika zwischen dem 21. und dem 36. nördlichen Breitengrad und dem 1. und 17. westlichen Längengrad und umfasst eine Fläche von ca. 710.850 km² (inkl. Westsahara). Die klimatischen Bedingungen variieren von Region zu Region sehr stark. Der Süden, vor allem die Westsahara, wird vom Wüstenklima dominiert, die hohen Atlasregionen vom Bergklima und der Norden von einem gemäßigten Mittelmeerklima. Die Niederschläge schwanken zwischen 2.000 mm pro Jahr und weniger als 100 mm pro Jahr (auf mehr als 40% der Landesfläche).

Die Atlantikküste erstreckt sich im Westen Marokkos über ca. 3.000 km und die Mittelmeerküste im Norden über etwa 400 km. Die mittlere Globalstrahlung liegt bei 2.030 kWh pro m² und Jahr (Deutschland im Vergleich 950-1.200 kWh/m²*a).[GTZ 2007]

 

 

 

Wasserkraft

Wasserfall im Ourika-Tal (Foto: M. Schnepf-Orth)

Die Anlage und Nutzung von Stauseen hat in Marokko vor allem in den Bergregionen eine lange Tradition. Die vorhandenen Staudämme werden neben der Wasserspeicherung auch zur Erzeugung von Wasserkraft genutzt. Diese Energieressource trägt in einem Jahr mit normalen Niederschlägen zwischen 5% und 20% zur Gesamtstromerzeugung des Landes bei und stellt damit (bislang) eine der wichtigsten landeseigenen Ressourcen dar.

Die insgesamt installierte Leistung lag 2007 bei 1.265 MW in 26 Wasserkraftwerken und 463 MW in einem Pumpspeicherkraftwerk. Je nach jährlicher Niederschlagsmenge können 500-1.000 GWh produziert werden. Da die Niederschlagsmengen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurück gehen, ist zu erwarten, dass die Stromerzeugung aus Wasserkraft in den nächsten Jahren abnehmen wird. Dennoch soll die Leistung bis 2030 auf 2.700 MW ausgebaut werden, was durch neue Staudämme und Pumpspeicherwerke realisiert werden soll. Aktuell befindet sich eine Leistung von 474 MW in Umsetzung und Planung.

Neben den großen Wasserkraftwerken existieren in Marokko zahlreiche Kleinwasserkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 200 kW. Weitere werden aktuell und in den nächsten Jahren gebaut, was durch das Programm zum Ausbau von Kleinwasserkraftwerken gefördert wird. [MEMEE 2008, 15]

 

 

Windkraft

2009 lag der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung bei 1,6%. Der erste Windpark mit einer Leistung von 54 MW wurde 2000 in der Provinz Tétouan im Norden Marokkos errichtet, der zweite Windpark mit einer Leistung von 60 MW 2007 an der Atlantikküste in der Nähe von Essaouira. 2009 war ein Windpark bei Tanger mit 140 MW und 2010 ein Windpark bei Tarfaya mit 200 MW vorgesehen. Weitere Windparks sind aktuell geplant (z. B. Haouma in der Provinz Tanger und Layoune im Süden Marokkos). Um diese Projekte realisieren zu können, muss jedoch teilweise zunächst das Stromnetz ausgebaut werden. Die ONE garantiert die Stromabnahme aus den Windkraftanlagen über 20 Jahre.

Momentan liegt der Schwerpunkt der Förderung erneuerbarer Energien in Marokko auf Windenergie, da diese günstig zu erschließen ist. Bis 2020 soll Windenergie mit 2.280 MW zur Stromversorgung beitragen. Rund 1.000 MW sollen von unabhängigen Versorgern installiert werden. Die ONE nimmt auch den überschüssigen Strom aus Windkraftanlagen von Eigenstromerzeugern im Rahmen des Programms „EnergiePro“ ins öffentliche Netz auf und vergütet ihn. Das EnergiePro-Programm wurde im September 2006 als Instrument eingeführt, um die herkömmliche Eigenproduktion von erneuerbaren Energien gegenüber fossilen Brennstoffen zu fördern und private Industrien anzuregen, in erneuerbare Energiequellen zu investieren. Dadurch soll das Ziel der marokkanischen Regierung unterstützt werden, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2012 zu erhöhen. Für die Jahre 2020-2030 wird das realisierbare Windenergiepotenzial mit 7.000 MW abgeschätzt [MEMEE 2008].

Je nach Standort können zwischen 3.000 und 4.000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr erreicht werden. Die mittlere Windgeschwindigkeit liegt bei 7,3 m/s. In Küstenregionen und an anderen begünstigten Orten wird diese jedoch stark überschritten. Es existiert ein Windatlas für Marokko. In dem Atlas sind die Werte von 37 Wetterstationen über 10 bzw. 20 Jahre ausgewertet.

Das Potenzial an Windkraft (~25.000 MW) überschreitet die Stromnachfrage Marokkos bei weitem. Langfristig ist sogar der Export von Windenergie denkbar. Damit der Strom beim Ausbau von Windkraft ins öffentliche Stromnetz integriert werden kann, muss dieses zukünftig erweitert werden.

Neben den netzgekoppelten Anlagen gibt es in Marokko auch einige Eigenstromerzeuger. Ein Beispiel dafür ist die Firma Lafarge in Tetouan, die seit 2005 einen Windpark mit einer Leistung von 10,2 MW betreibt. Mit diesem Windpark deckt der Betrieb ca. 40% seines Strombedarfs ab. Etwa 10% des erzeugten Stroms verkauft das Unternehmen an die ONE.

Weiterhin gibt es zahlreiche kleine netzunabhängige Windkraftanlagen für Wasserpumpen, Entsalzungsanlagen u.a. Im Jahr 2004 gab es ca. 300 Stück mit einer mittleren Leistung von 15 kW und einer insgesamt installierten Leistung von 4,5 MW [GTZ 2007, 49 ff.].

 

 

Photovoltaik

Sonnenuntergang am Flugplatz bei Fés (Foto: L. Nuphaus)

Photovoltaik wird überwiegend in Solar-Home-Systems (SHS) genutzt, d.h. in netzunabhängigen Systemen errichtet. Die insgesamt installierte Leistung im Jahr 2006 lag bei etwa 6 MW und die Stromerzeugung bei ca. 11 GWh pro Jahr. Die Inselanlagen wurden vor allem im Rahmen des Programms für die Elektrifizierung des ländlichen Raums (PERG) installiert [GTZ 2007, 51]. 2007 wurde das erste photovoltaische Kraftwerk in Tit Mellil mit einer Leistung von 50 kW in Betrieb genommen. Bis Ende des gleichen Jahres wurden 44.719 Haushalte in 3.163 Dörfern mit PV-Bausätzen ausgestattet.

Bis 2020 soll die photovoltaische Leistung im Land auf 1.080 MW ausgebaut werden [MEMEE 2008, 7].

 

 

 

 

 

 

Solarthermie

Im Jahr 2007 waren etwa 200.000 m² Solarkollektoren installiert. Bis 2012 soll die Fläche im Rahmen des Programms Promasol verdoppelt werden [MEMEE 2008, 15]. In Marokko kann von einem Ertrag zwischen 400 und 800 kWh/m²*a ausgegangen werden. Die jährlich neu installierte Fläche ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Die Anlagen werden überwiegend importiert. Die entsprechende Industrie ist in Marokko noch sehr schwach ausgeprägt [GTZ 2007, 51].

Abbildung: Jährlich installierte Fläche Solarkollektoren aufgeteilt nach öffentlichen und privaten Gebäuden [GTZ 2007]

 

Solarthemische Kraftwerke

Marokko eignet sich durch die Lage im Sonnengürtel der Erde sehr gut für solarthermische Kraftwerke. Zwischen 2015 und 2019 soll auf fünf ausgewählten Standorten eine Leistung von insgesamt 2.000 MW installiert werden. Für die Umsetzung dieses Projektes wurde die „Moroccan Agency for Solar Energy“ (MASEN) gegründet.

Für ein Parabolrinnenkraftwerk werden zwischen 6 und 8 m²/MWh*a benötigt, für ein Solarturmkraftwerk zwischen 8-12 m²/MWh*a. Die Vollbenutzungsstunden eines Solarkraftwerks liegen bei rund 1.800-2.000 Stunden pro Jahr. Durch entsprechende Wärmespeicher können die Vollbenutzungsstunden bei solarthermischen Kraftwerken auf rund 5.400 Stunden pro Jahr erhöht werden. Die zu erwartenden Erträge liegen damit bei 1.600 MWh/MW*a ohne Wärmespeicherung und bei 3.2000 MWh/MW*a mit Wärmespeicherung.

Da für die Kraftwerkskühlung Wasser benötigt wird (900 kg/MWh), werden entsprechende Anlagen zukünftig in Regionen mit ausreichend Wasser (z.B. in der Nähe des Meeres) errichtet werden. Die Kombination mit einer Entsalzungsanlage ist denkbar.

Das erste Parabolrinnenkraftwerk Aïn Béni Mathar wird aktuell 86 km südlich von Oujda im Norden Marokkos (nahe der Grenze zu Algerien) errichtet. Insgesamt ist auf einer Fläche von 200.000 m² eine Leistung von 472 MW vorgesehen. Die Errichtung der Anlage wurde im Rahmen einer internationalen Ausschreibung von der ONE an die spanische Firma Abengoa vergeben. [GTZ 2007, 62 ff.]

 

Die Weltbank finanziert einen Teil des geplanten Kraftwerks und wird auch den Bau zwei weiterer Kraftwerke unterstützen (Tan Tan 50 MW und Ouarzazate 100 MW). [Wuppertal Institute/CREAD 2010, 18]

 

Biomasse

Abfallsammler (Foto: G. Roller)

Die nachhaltige Biomassenutzung beschränkt sich in Marokko vor allem auf Abfälle und Abwasser.

Die Abfälle Marokkos (~6,5 Mio. t pro Jahr [HCP 2008], 65% organischer Anteil [GTZ 2007, 83]) wurden bisher überwiegend auf wilden Deponien entsorgt. Zukünftig sollen die Abfälle jedoch auf kontrollierte Hausmülldeponien gelangen, die im Rahmen des Nationalen Abfallprogramms errichtet werden. In einigen Städten wurden bereits neue Deponien errichtet (Fès) bzw. alte modernisiert (Casablanca, Tanger). Auf den kontrollierten Deponien können die Deponiegase gefasst, verbrannt und unter Umständen auch verstromt werden. Für die erste Biogasanlage in Fès wurde Februar 2010 eine entsprechende Studie von der Regierung in Auftrag gegeben. [Maraacid 2010] Konzepte zur Biomassenutzung sind in Zusammenarbeit mit deutschen Firmen erstellt worden (z. B. IFAS).

Alternativ können die Abfälle auch direkt verbrannt werden. Der hohe Feuchtegehalt und der geringe Heizwert (4.200 kJ/kg) erschweren die Verbrennung von Abfällen. Industrieabfälle werden deshalb vor allem in Zementwerken mit verbrannt (Einführung Abfall).

Neben der Deponiegasnutzung besteht in Marokko zukünftig auch die Möglichkeit der Klärgasnutzung. Abwässer, die bisher unbehandelt in die Umwelt entlassen wurden, werden im Rahmen des Nationalen Abwasserreinigungsprogramm gesammelt und aufbereitet.

Gülle aus Stallhaltung und Schlachtabfälle aus kontrollierter Schlachtung stehen zur Gewinnung von Biogas zur Verfügung, werden aktuell jedoch noch nicht genutzt. Im Sommer werden ca. 10% des Viehs in Ställen gehalten. Im Winter sind es ca. 50%. In Marokko gibt es rund 2,6 Mio. Rinder, 15,6 Mio. Schafe und 5,1 Mio. Ziegen. Im Jahr 2007 wurden 200.000 t Fleisch in kontrollierter Schlachtung umgesetzt. [HCP 2008]

Landwirtschaftliche Abfälle (aus der Produktion von Weizen, Gerste, Mais, u. a.) werden aktuell meist als Dünger auf den Feldern ausgebracht. Ein Teil davon könnte zukünftig auch energetisch genutzt werden (Verbrennung) [GTZ 2007, 78]. Ein entsprechendes Projekt wurde 2008 von der Firma Sunabel, die Zuckerrohr- und –rüben verarbeitet, umgesetzt. Die Zuckerrohrreste werden in einem Dampfkessel verbrannt und für die Energieversorgung der Zuckerrübenverarbeitung genutzt. [Maraacid 2010]

Gräser oder landschaftspflegerische Abfälle stehen in Marokko nur in sehr kleinen Mengen zur Verfügung (0,1 tTS/ha*a) und dienen vor allem als Tierfutter.

Ca. 90% des Heizenergiebedarfs (inkl. Kochen) in den ländlichen Regionen Marokkos wird aus Holz abgedeckt. Mit einem Verbrauch von schätzungsweise 11,3 Mio.  t/a übersteigt die genutzte Holzmenge die nachhaltig verfügbare Holzmenge von ~ 3 Mio. t/a um das Vierfache. Es ist daher zwingend erforderlich, Holz     durch andere Energieträger, z.B. Solarenergie oder Biogas, zu ersetzen. [GTZ 2007]

Energiepflanzen für die Gewinnung gasförmiger, flüssiger und fester Biomasse können auf Brachflächen angebaut werden. Diese Art der Flächennutzung wirkt sich jedoch mittelfristig negativ auf die Nahrungsmittelproduktion aus. Zum einen besteht Flächenkonkurrenz und die Nahrungsmittelpreise können negativ beeinflusst werden. Zum anderen fallen die Erträge auf unbewässerten Flächen sehr niedrig aus (z.B. Weizen 1 tTS/ha).

Die entsprechenden Flächen werden also häufig bewässert. Aber Wasser steht in großen Teilen Marokkos nur unzureichend zur Verfügung. Aktuell gehen die Bestrebungen sogar dahin, die Bewässerung auf einigen Flächen wieder zu reduzieren, da der Grundwasserspiegel in manchen Gebieten zu stark abgesenkt wurde. Vor diesem Hintergrund ist der Energiepflanzenanbau kritisch zu betrachten.

 

 

Geothermie

Der Temperaturgradient in Marokko variiert je nach Region zwischen 10 und 100°C pro km.

Abbildung: Temperaturgradienten in Marokko [Rimi et al. 2005]

Meist liegt er jedoch zwischen 24 und 45°C/km. Das Hot-Dry-Rock-Verfahren erscheint aufgrund des geringen Temperaturgradienten und der bisher großen Unsicherheit bei den Bohrungen und den damit verbundenen hohe Kosten mittelfristig ungeeignet für Marokko.

Denkbar ist die Nutzung hydrothermaler Quellen in Marokko. Die zwei interessantesten Regionen befinden sich im Nordosten Marokkos (Abb. Zone A) und im Tarfaya Bassin (Zone B). Die Quelltemperaturen liegen jedoch mit 40-55°C im Niedertemperaturbereich. Aufgrund des Temperaturniveaus eignen sie sich also nicht für die Stromerzeugung, sondern lediglich für die Niedertemperaturwärmenutzung (z.B. in Gewächshäusern oder Fischzuchten) [GTZ 2007, 93 ff.].

 

Abbildung: Geothermische Potenziale in Marokko [Rimi 2000]

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