Energiedaten

 

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Die Energiewirtschaft in Ägypten ist weitgehend staatlich organisiert. Derzeit existieren 15 Gesellschaften, die jeweils spezifische Aufgaben abdecken: den Betrieb von thermischen Kraftwerken, den Betrieb von Wasserkraftwerken, nationaler Stromtransport sowie die regionale Stromverteilung. Als Muttergesellschaft dient die Egyptian Electricity Holding Company (EEHC), die wiederum dem ägyptischen Energieministerium (MoEE) zugeordnet ist. Das Ministerium für Petroleum (MoP) ist für den ägyptischen Energiesektor ebenfalls von Bedeutung. Die Produktion und Verteilung von Energie ist mehrheitlich staatlich organisiert und das MoEE ist über die EEHC der einzige Käufer von Elektrizität. Um die einzelnen Ministerien zu koordinieren, wurde der Oberste Energierat (SCE) gegründet. Dieser stellt unter dem Vorsitz von Premierminister Ahmed Nazif „die höchste politische Instanz bezüglich Energiefragen dar“ [econetnorthafrica 2011].

Energie wird in Ägypten aufgrund des Bevölkerungs- und Einkommensstruktur stark subventioniert. So lag die Höhe der Subventionen in den Jahren 2007/2008 bei mehr als 43 Milliarden Ägyptischen Pfund (EGP). Der Energieverbrauch steigt jährlich um 7% und die Energieintensität ist im Vergleich zu Deutschland viermal so hoch (5,3 kgoe/US-Dollar 1000BIP). Zu den Hauptenergiekonsumenten zählen Industrie, private und öffentliche Haushalte sowie Verkehr [econetnorthafrica 2011].

Der Strommarkt ist teilweise liberalisiert. Private Akteure sind auf dem Markt zugelassen. Deren Hauptgeschäftsfelder sind die Errichtung und der Betrieb von Kraftwerken, zum Teil sind sie bereits an der Stromverteilung beteiligt. Das neue Energiegesetz, welches zur Abstimmung im Parlament vorliegt, sieht erstmals spezifische Regelungen für die Energieeffizienz vor.

 

Primärenergie

Im Jahr 2008 betrug der Primärenergieverbrauch Ägyptens 822 TWh. Mit 49,0% hatte Erdgas daran den höchsten Anteil zu verzeichnen. Erdöl weist mit 45,7% eine ähnliche Bedeutung auf. Somit basiert die Energieversorgung Ägyptens nahezu vollständig auf fossilen Energieträgern. Inklusive der Energieerzeugung aus Kohle summiert sich der Anteil der fossilen Energieträger auf über 95%. Die Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien steckt noch in den Kinderschuhen. Dies soll sich aber in Zukunft erheblich verändern.

Abbildung: Primärenergieverbrauch Ägypten 2008 [Quelle: OECD/IEA 2010]


Ressourcen

Ägypten verfügt über eigene Öl- und Gasreserven. Die Höhe der Ölreserven betrug Ende 2009 4,4 Milliarden Barrels. Dies sind ca. 0,3% der Weltölreserven. Bei einer Förderung auf dem Niveau der letzten Jahre ergibt sich eine statische Reichweite von 16,7 Jahren. Allerdings geht die Ölförderung bereits zurück: Die Förderspitze wurde mit 941.000 Barrels pro Tag im Jahr 1993 erreicht. In den letzten fünf Jahren wurden durchschnittlich lediglich noch 710.000 Barrels pro Tag gefördert.

Anders sind die Verhältnisse im Gassektor. Ägypten verfügte im Jahr 201 über Reserven in Höhe von 2,2 Billionen m3. Der Anteil an den Weltgasreserven liegt damit bei 1,2%. Die statische Reichweite der Vorräte beträgt 36,0 Jahre. Die Gasproduktion wurde in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweitet. Im bisherigen Rekordjahr 2009 wurden 62,7 Milliarden m3 gefördert. Innerhalb von nur fünf Jahren war dies eine Verdopplung der Fördermenge. [BP 2011]

 

Strom

Die Stromerzeugung betrug im Jahr 2010 130.752 GWh. Die Kapazität wurde gegenüber 2008 um mehr als 6% gesteigert. Die benötigte Spitzenlast betrug bislang 21.330 MW und wurde im Jahr 2009 nachgefragt [EEHC 2010, 9]. Der Großteil der installierten Leistung wird von thermischen Kraftwerken vorgehalten.

Tabelle: Stromerzeugungskapazitäten Ägypten in GWh [EEHC 2010, 9]

2008/2009

2009/2010

Veränderung in %

Wasserkraft

14.682

12.863

- 12,4

Thermische Kraftwerke

101.898

111.576

+ 9,5

Windenergie (Zafarana)

931

1.133

+ 21,4

Privater Sektor (BOOT)

13.241

13.184

- 0,4

Gesamt

130.752

138.756

+ 4,1

 

Einen besonderen Bereich stellt der private Sektor dar. In Build-Own-Operate-Transfer-Projekten (BOOT-Projekten) übernehmen private Unternehmen staatliche Aufgaben und errichten und betreiben Kraftwerke zur öffentlichen Versorgung. Vom Staat erhalten sie dafür eine Investitionsgarantie. Das Eigentum an den errichteten Anlangen verbleibt hingegen  beim Staat. Die installierte Kapazität in diesem Sektor basiert ebenfalls auf thermischen Kraftwerken, die mit fossilen Energien betrieben werden.

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