CDM - Grundlagen

 

Mit der Durchführung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern können Investoren Zertifikate über die eingesparten Klimagase erhalten, welche auf unterschiedlichen Märkten veräußert werden können. Der wichtigste Markt ist im Rahmen des EU-Emissionshandels entstanden: Die CDM-Emissionszertifikate können in Emissionsberechtigungen für Treibhausgase umgetauscht werden und z.B. an Anlagenbetreiber veräußert werden, die diese zum Betrieb ihrer Anlagen benötigen.

Eine weitere Möglichkeit, CDM-Zertifikate zu verkaufen, bieten die Aufkaufprogramme durch Staaten, deren Ausstoß von Treibhausgasen durch das Kyoto-Protokoll begrenzt ist. Ziel ist es, die Kyoto-Ziele einhalten zu können, auch wenn die dazu erforderliche Minderung von Treibhausgasen nicht im eigenen Land erreicht werden kann. Eine Übersicht des Wuppertal-Instituts aus dem Jahr 2007 über die staatlichen Ankaufprogramme finden sie hier.

Darüber hinaus gibt es weitere Aufkaufprogramme diverser Akteure, die in der Regel Unternehmen oder Organisationen dazu dienen, die eigenen Aktivitäten klimaneutral zu stellen. Dies kann ebenso der Betrieb einer Straßenbahn sein wie auch die Durchführung einer Großveranstaltung. Weitergehende Informationen über die verschiedenen Märkte finden sie hier.

Bei der Durchführung von CDM-Maßnahmen ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt der Zertifikate die „Zusätzlichkeit“ der Klimaschutzmaßnahme: Es muss belegt werden, dass ohne die zusätzliche Finanzierung aufgrund des Erlöses der Zertifikate das Projekt nicht durchgeführt worden wäre. An dieser Hürde sind bereits zahlreiche Projekte gescheitert; sie verdient daher eine besondere Beachtung bei der Planung und Einreichung des Projektes bei der UNFCCC.

Für Unternehmen, die das Instrument CDM nutzen wollen, stellt dies eine strategische Unternehmensentscheidung dar. Es ist mit zahlreichen Chancen verbunden, hält aber auch einige Risiken bereit. Die Vorteile des Instrumentes liegen auf der Hand: Es können Projekte umgesetzt werden, die ohne die Kofinanzierung durch den Verkauf der CDM-Zertifikate (CER´s) nicht wirtschaftlich wären. Zudem kann ein Unternehmen sich Märkte in Staaten erschließen, in dem es bislang noch nicht tätig war. Und nicht zuletzt erwächst auch ein Imagegewinn für das Unternehmen aus dem Engagement,  da CDM nicht nur ein umwelt- und klimapolitisches Instrument ist, sondern auch die soziale Situation in den Gastgeberstaaten verbessern soll.

Es ist aber zu beachten, dass die Durchführung eines CDM-Projektes nicht "nebenbei" gemacht werden kann. Es erfordert einen nicht zu unterschätzenden Aufwand, neben der eigentlichen Projektplanung die Voraussetzungen sowohl des Gastgeberlandes als auch der UNFCCC zu erfüllen. Eine zu oberflächliche Planung kann dazu führen, dass das Projekt abgelehnt wird und aufgrund der fehlenden Einnahmen aus dem Verkauf der Zertifkate in Gänze scheitert. Die Informationen auf diesen Seiten sollen Sie in die Lage versetzen, Ihr Vorhaben bezüglich CDM richtig einschätzen zu können bzw. Ihnen helfen, den richtigen Ansprechpartner bei weitergehenden Fragestellungen zu finden.

 

 

Für die Einsparung einer Tonne CO2 erhält ein Investor eine Emissionsgutschrift, eine CER (Certified Emission Reductions), die am Markt gehandelt werden können. Neben CO2 wird die Reduzierung von 5 weiteren Treibhausgasen mit CER´s belohnt. Es handelt sich dabei um  Methan, Distickstoffoxid, teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe, perfluorierte Kohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid. Abhängig von der Klimawirksamkeit der 5 weiteren Teibhausgase wird deren Vermeidung in CO2-Aquivalenten berechnet. Z.B. weisen perfluorierte Kohlenwasserstoffe ein Erwärmungspotential auf, das 6.500 mal größer ist, als das von CO2. Folgerichtig werden einem Projekt, das die Vermeidung von einer Tonne perfluorierte Kohlenwasserstoffe zur Folge hat, 6.500 CER´s gutgeschrieben.