Von der Idee zur Realisierung - Ablauf eines CDM-Projektes

 

Von der Projektidee bis zur Realisierung eines CDM-Projektes ist ein weitgehend vorgegebener Zyklus zu durchlaufen. Im Folgenden werden die einzelnen Schritte kurz beschrieben. Für weitergehende Informationen liefert das „Deutsche CDM-Handbuch – Leitfaden für Antragsteller“ des Umweltbundesamtes eine gute Übersicht.

 

Projektidentifizierung

Um für CDM geeignete Projekte zu identifizieren, sollte eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. In einer Grobübersicht sollten zunächst die zentralen Daten zusammengestellt werden: Kosten des Projektes, Höhe der Emissionsminderung, Klärung der Zusätzlichkeit.

Projektdokumentation

Die Dokumentation erfolgt mittels des PDD, des Project design documents. Das PDD ist das zentrale Dokument des Projektes und muss detaillierte Informationen enthalten. Die Hauptabschnitte des PDD sind:

  • Allgemeine Projektbeschreibung
  • Anwendung der Baseline- und Monitoring-Methodologie
  • Dauer des Projektaktivitäts- und des Anrechungszeitraums
  • Umweltauswirkungen
  • Kommentar der Betroffenen vor Ort

Validierung

Der Projektentwickler muss einen vom CDM-Exekutivrat akkreditierten Valedierer (Designated Operational Entity – DOE) mit der Überprüfung des PDD beauftragen. Der DOE überprüft u.a., ob das PDD die CDM-Anforderungen erfüllt, ob die Zusätzlichkeit gewährleistet ist und ob alle staatlichen Zustimmungen und Dokumente vorliegen.

Registrierung des Projekts beim Exekutivrat

Um das Projekt beim Exekutivrat zu registrieren, muss die Projektdokumentation, der Validierungsbericht sowie die Zustimmung des Gastgeberstaates eingereicht werden.

Ggf. Überprüfung des Projektes

Wenn die DOE dem Projekt bescheinigt, dass alle erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind, erfolgt nach acht Wochen automatisch die Registrierung durch den Exekutivrat. Während dieser acht Wochen kann ein Antrag auf Überprüfung des Projekts gestellt werden, den der Exekutivrat behandeln muss. Er kann entscheiden, das Projekt trotz das Antrages ohne Überprüfung zu registrieren oder die Prüfung durchzuführen. Die Überprüfung kann ergeben, dass das Projekt überarbeitet werden muss oder in Gänze zurückgewiesen wird. Die Überprüfung kann durch das Gastgeberland, den Investorstaat oder mindestens drei Mitglieder des Exekutivrates beantragt werden.

Projektdurchführung und Monitoring

Im Anschluss an die Registrierung kann das Projekt umgesetzt werden. Die erreichten Emissionsreduktionen müssen jährlich in einem Monitoringbericht aufgeführt werden, das erste Mal circa ein Jahr nach der Projektfertigstellung.

Verifizierung

Die Verifizierung hat zum Ziel, die mit dem Projekt erreichten Emissionsreduktionen zu bestimmen. Zudem wird überprüft, ob die im Kyoto-Protokoll festgelegten Kriterien dauerhaft eingehalten wurden. Dabei wird auch die Genauigkeit sowohl der erfassten Daten als auch der Überwachungseinrichtungen überprüft. Das Managementsystem, mit dem die Emissionsreduktionen erfasst werden, wird einer Kontrolle unterzogen. Darüber hinaus erfolgen Befragungen von Projektbeteiligten und weiteren Interessengruppen.

Zertifizierung

Im Anschluss an eine erfolgreich abgeschlossene Verifizierung bestimmt und zertifiziert eine unabhängige Stelle den Umfang der erzielten Emissionsreduktionen. Diese Daten werden an das CDM Executive Board weitergeleitet, um die Dokumentation für die Emissionsminderungszertifikate (CER) erstellen zu können.

Ggf. Überprüfung des Projektes

Es kann zu diesem Zeitpunkt eine Überprüfung der Angaben zu den erzielten Emissionsminderungen durch den Exekutivrat erfolgen.

Ausstellung und Verteilung der CER´s

Zum Abschluss des Verfahrens werden die CER´s vom Executive Board (EB) ausgegeben. Die Zustimmung eines Investorstaates wird spätestens dann notwendig, wenn ein Annex B-Staat seine CER´s im Emissionshandelsregister anfordert.